Golf im Park der Jahrhunderte

Der Golf Club Villa Condulmer verlockt mit einem Par 71 18-Loch-Platz und wurde in zwei Etappen gebaut. Die ersten neun Löcher, entworfen von John Harris schlängeln sich durch den alten Park der Villa Condulmer aus dem 18. Jahrhundert. 10 Jahre später folgten die Back Nine nach einem Entwurf von Marco Croze, ebenfalls im Parkland Stil.

Viele Jahre besuche ich diesen Golfplatz, immer wieder freue ich mich auf die Runde dort. Zweite Märzhälfte 2022, etwas windig, die Sonne noch immer vom Saharastaub verdeckt. Etwas zu frisch für die Jahreszeit, aber es gibt bekanntlich ja nur die falsche Kleidung. So schlimm ist es aber nicht und schließlich werden wir uns ja bewegen. Die Anfahrt von Jesolo zügig erledigt, rund 45 Minuten sind einzuplanen. Das altehrwürdige Clubhaus erscheint linker Hand – es begeistert mich immer wieder – hier gleich ein Tipp: Gäste sollten sich anmelden und nach dem sicheren Parkplatz fragen.

Die Gruppe habe ich mit Startzeiten bereits angemeldet, alles ist vorbereitet. Freundlicher Empfang, Startkaffee, ich liebe Italien! Noch einen Platz im Restaurant nach der Runde organisiert, und ab geht’s. Unter der Terrasse das Putting Grün, dahinter gleich die Range. Daneben schreitet man auf dem Kiesweg Richtung Tee 1. Wir kommen beim Haus des Caddymasters vorbei, Carts für meine Gäste sind beschildert vorbereitet, kleine Dinge die Freude machen.
Gleich hinter dem Haus etwas erhöht vom Weg das Tee1. Ich erinnere mich an eine Starterin vor vielen Jahren, eine in Würde gealterte und doch junggebliebene Dame, heute leider nicht da. Heute sollte ich als Hahn im Korb mit drei Damen die Runde spielen, eine ist leider familiär verhindert und fehlt daher, ich wünsche Ihr in Gedanken alles Gute.

Bahn 1, flach geradeaus, großer Fairwaybunker mittig – probiere ich gleich mal aus. Die Bunkerqualität ist gut, Schlag passt auch. Die beiden Grünbunker spare ich mir. Die Anlage selbst deutlich grüner als gestern im Friaul, harte Fairways – daher auch guter Roll. Hatte ich hier auch schon anders. In Schlechtwetterphasen kann der Boden tief werden, besonders auf den Back Nine. Man hat allerdings vor Jahren einiges verbessert und investiert. Aber Frühjahr ist Frühjahr, auch im Süden. Hie und da blühen Sträucher, zu Hause nicht einmal ein Versuch davon.
Die Zwei ist ein spannendes Loch und führt uns als Dogleg links zu einem der beliebtesten Fotomotive, dem alten Tor zum Park der Villa – welches auch das Logo des Clubs ziert. Ich verziehe leider den Abschlag nach links, was mich unter den Sträuchern einige Reparaturschläge kostet und schließlich einen erfolgreichen Schlag ins Grün verhindert. Auch hier wieder den Bunker getestet – ebenfalls gut in Schuss. Durch das Tor kommen wir zur Drei, auf welcher sich ein mutiger Drive rechts zur hohen Baumabgrenzung lohnt. Der zweite Schlag auf das etwas erhöhte Grün fällt dann umso leichter. Aber wehe dem der zu kurz landet…

Es folgt ein schönes Par 3 am Gartenrand der namensgebenden Villa. Das Grün ist mit Bunkern gut verteidigt, bietet aber Platz. Auf diesem lohnt sich auch ein Erinnungsfoto. Gleich nochmal ein Par 3 mit schmaler Gasse und linksliegendem Grün, rechts lauert der Bunker in Grüngröße, links ein kleiner und der Weg – sollte vermieden werden. Ein mächtiger Baum bildet das Ende der Bahn an der Rückseite beim Caddymaster-Haus. Um dieses herum gehen wir wieder in die Nähe von Tee 1 zum Abschlag 6, das erste Par 5 – 485 Meter gilt es zu bezwingen. Durch eine lange Gasse auf ein langes Fairway, rechts Baumreihen – ob der fehlenden Belaubung nicht ganz so tückisch.

Die Sieben mag ich nicht und daran sollte ich nicht denken. Klappte wieder einmal wunderbar…
Man stellt den Trolley ab und wandelt mit seinen golferischen Habseligkeiten über eine schmale Brücke zum Abschlag. Sehr schmal, steinharte Teebox. Links die Straße – wir befinden uns am äußersten Teil des Platzes, vor uns ein tiefer Wassergraben, 155 Meter entfernt das Grün. Gar kein Thema, aber ich mag das Loch nicht. Das Loch mich scheinbar auch nicht. 😉

Bahn acht führt uns mit 435 Metern wieder zurück Richtung Clubhaus, gerade, ausreichend Platz. Der Approach will gut ausgeführt sein, führt dieser im Regelfall über einen vorgelagerten Teich, das Nass kommt aber nicht zwingend ins Spiel. Zu lange Schläge frisst das Gestrüpp im Hintergrund verzogene Schläge eröffnen die Chance auf eine Trainingseinheit in einem der Bunker.
Das neunte Loch führt uns mit einem Dogleg an das gegenüberliegende Ende des Platzes bzw. der ersten Neun. Der zweite saubere Schlag auf das erhöhte Grün, wieder klassisch mit Bunkern geschützt sichert die Chance auf Punkte. Hinter dem Grün ist kein Platz für zu gut gemeinte Schläge, dort wartet abrupt die Straße. Vorbei am Clubhaus und dem Putting Grün wechseln wir am Eingang über die Straße zu den Back Nine.

Zum Aufwärmen ein Par 3 mit erhöhtem Grün, Bunker. Die Elf ist ein spannendes Loch, auch das schwerste am Platz. Vorlegen oder mutiger Drive über querendes Wasser ist die erste Frage, die durch den Kopf schießt. Eigentlich ja keine Frage. Ein gelungener Drive landet an der schmalsten Stelle am Fairway links vom Bunker und schafft die Möglichkeit das Grün anzugreifen. Grünbunker wie immer auch hier, dazu noch begleitendes Wasser. Ein kurzer Weg zurück zum Tee 12. Ein langes, fast gerades Par 4 wartet auf uns. Rechts das Ende des Platzes, dies ebenso am folgenden Par 5, der 13. Bahn mit einem Dogleg Richtung Grün. Gleich nebenan der Abschlag 14, ein Par 3 über einen Teich. Easy, große Bunker. Zu lange Schläge verschwinden im großen Teich hinter dem Grün.

Die Teebox 15 liegt abermals gleich gegenüber vom Grün. Schmale lange Gasse, danach breiter Auslauf auf das Grün. Die 16 ähnlich, aber ohne Dogleg. Zum Abschlag 17 müssen wir über eine Brücke, da wollen wir es nochmal wissen. Nicht allzu breit, querendes Wasser. Der Drive muss sitzen. Danach ein solider Transportschlag an die verengende Stelle der Bahn. Hier gelingt der Schlag über das Wasser und den Grünbunker auf das Inselgrün. Vorsichtige legen behutsam vor und chippen sodann auf das links liegende Grün. Gar nicht so knapp bemessen, aber hart. Vorsicht ist gefragt.
Auf der letzten Bahn benötigen die Herren nochmals Länge um das querende Wasser zu überwinden. Danach gibt es guten Roll. Ein fast gerader Schlag in das flache Grün beendet die Runde auf dem großen Grün am Ausgangspunkt der hinteren Neun.

Fazit

Landestypischer Parkland Kurs am historischen Villengelände. Solider Pflegezustand, Bunker gut spielbar. Keine nassen Stellen, die Verbesserungen am Gelände vor einigen Jahren wirken. Grüns gut, wenige Fehlstellen auf den Fairways. Der Jahreszeit entsprechend sehr guter Zustand. Wasser nicht oft direkt im Spiel, Grünbunker als Standard. Völlig ebener Platz für eine entspannte Runde Golf.

Die Werte

18 Loch Parkland Kurs – Wasser nicht oft direkt im Spiel, Grünbunker als Standard. Völlig ebener Platz für eine entspannte Runde Golf. Schönes historisches Clubhaus. Clubrestaurant im Regelfall einen Besuch wert, diesmal hat es mich nicht überzeugt.
Par 71 mit 5.683 Metern von Gelb und 5.030 Metern von Rot.
Ein Partnerclub der Golfsociety Austria.

GC Villa Condulmer
Via Croce 3
31021 Zerman di Mogliano V.to (TV)
+39 041 457062
www.golfvillacondulmer.com
info@golfvillacondulmer.com

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