Genussgolf in der Nähe von Bratislava

Es versprach eine hitzige Angelegenheit zu werden – dafür sorgten die Teetime um 11.00 Uhr (die späte Uhrzeit ist der Anfahrt von gut drei Stunden ab Graz geschuldet) – und eine Wetterprognose jenseits der 33 Grad.
Wir wurden nicht enttäuscht, das Sedin Golf Resort empfing uns unter strahlend blauem Himmel. Eine Freude, war doch der letzte Besuch regnerisch und feucht. Stellte sich bloß die Frage, wie der Platz die aktuelle Hitzeperiode überstanden hat…

Raus aus dem Auto, fertigmachen. Puh. Die eben noch so chilligen 22 Grad im Fahrzeug verpufften in der Sekunde. Trotzdem Freude pur – da fährst du ein paar hundert Kilometer in und durch eine Region, wo du keinesfalls einen Golfplatz vermutest, schon gar nicht in dieser Qualität. Nach einer Fahrt durch eine Asphalthügellandschaft, welche als Teststrecke für Fahrwerke dienen könnte, fährst du durch ein Tor auf ein in dieser Gegend völlig bizarr erscheinendes Grundstück ein.

Den Besucher empfangen ein flaches Gebäude in strahlendem Weiß und ein gepflegtes Gelände. Das Golfresort Sedin wurde mit viel Liebe zum Detail errichtet und ausgestattet. Unscheinbare Kleinigkeiten wie Toiletten am Parkplatz oder auch vor dem Tee 1 zeugen von Planern und Auftraggebern, die mehr mit Golf zu tun haben, als am Schreibtisch darüber nachzudenken. Den Eindruck rundet auch die Platzmöblierung ab. Schöne Holzbänke, Infotafeln, mit Holz verkleidete Müllkörbe, Ballwäscher an jedem Abschlag, einige Schlägerwäscher unterwegs. Tadellose Wegweiser, Abstandspflöcke aus Holz. Hier liebt jemand seinen Golfplatz.

Der Empfang im Clubhaus ist freundlich, die Reservierung hat bestens geklappt. Wir dürfen früher starten als geplant, also ab auf die Runde. Am Weg zum Abschlag kommen wir am Putting Grün vorbei – die perfekte Qualität dieses Grüns lässt noch mehr Freude aufkommen.
Der Marshall empfängt uns mit einem Lächeln, es bleibt auch etwas Zeit für Small Talk. “In den letzten Wochen gab es ca. 10 Minuten Regen” erzählt er mir auf meine Frage zur Wetterlage hin. „Aber wir haben Sprinkler“ führt er weiter aus. Und offensichtlich verwendet Sedin diese auch.

Mit dem Entschluss mich dem gut sortierten Getränkeautomaten im Starthaus nach den ersten neun Loch zu widmen gehe ich zum Abschlag. Eine bestens präparierte Anlage erwartet mich. Selten eine derart gepflegte Teebox gesehen, das perfekte Fairway ruft mit sattem Grün nach meinem Ball. Nichts liegt herum, die wenigen Abschlagmarken sind aufgefüllt, keine herumliegenden Divots, makellose Grüns. Es drängt sich das Gefühl auf, dass hier nur sorgfältige Menschen golfen oder das Greenkeeping einen grandiosen Job macht. An der Nichtnutzung der Anlage wird’s nicht liegen, der Platz ist gut gebucht.
Die Golfbahnen sind in einen alten Auwald eingebettet, zahlreiche Baumriesen mit teils knorrigen Ästen sind geschickt in das Platzdesign integriert – ein fantastisches Bild.
Die Fairways sind zumeist sehr großzügig angelegt, exaktes Spiel macht – nona – dennoch Sinn. Kleine Fehler verzeiht der Platz, die sehr faire Gestaltung – auch was das Greenkeeping betrifft – steigert den Spaß an der Runde. Aber Vorsicht: an immerhin acht Bahnen kommt Wasser ins Spiel, einige Löcher warten mit Steppenfeeling auf und sind mit entsprechendem Grasbewuchs begrenzt. Dort gibt’s Bunker, da willst du trotz top Sand nicht drin liegen.

Der Spielgenuss startet mit drei Doglegs im Auwald, am Grün von Loch 1 erblickt man erstmals den großen Teich, vor welchem man sich am Grün 3 in Acht nehmen muss. Bis zur 8. Bahn spielt man danach fantastisch angelegte Bahnen im Freiland, ehe es wieder in den Auwald zurückgeht. Mit der Neun, einem trickreichen risk & reward Loch und einem beherzten Schlag über den Teich auf das Grün finden die front nine ihr Ende. Auf der Zehn geht es wieder in den Auwald, welchen wir auf der 11 wieder verlassen und 3 Löcher mit begleitendem Wasser spielen. Die restlichen Bahnen ausgenommen die 17 sind wieder großflächig auf dem Freiland angelegt und teilweise von Wäldern gesäumt. Das Fairway zu verfehlen kann hier zu größeren Schwierigkeiten führen, der Grasbewuchs zwischen den Löchern und die Bunker sind tückisch. Auf der 15 besucht uns der Marshall und bringt eisgekühlte Tücher und Getränke vorbei – ein wirklich „cooles“ Service, welches die Bahnen ohne Schatten bei der herrschenden Hitze erträglicher macht. Zum letzten Abschlag begeben wir uns auf eine kleine Anhöhe, welche einen herrlichen Blick auf die 18
. Bahn freigibt und schlagen die weiße Kugel in die Tiefe – hoffentlich über die gut situierten Bunker des letzten Fairways.

Beeindruckt verlassen wir einen extrem sauberen und bestens gepflegten Platz ohne Makel, auch auf der Runde treffen wir immer wieder auf nützliche und liebevolle Details. Der Inhaber hat mir voriges Jahr verraten, dass er den Platz unter anderem für seinen Sohn gebaut hat, weil er diesem einen guten Pro zur Seite stellen wollte. Seine Philosophie ist, dass Qualität auch Qualität anlockt. Die Idee scheint aufzugehen.

Die Runde bei der Hitze fordert Ihren Tribut, müde und durstig schleichen wir ins Clubhaus. Auch hier finden wir alles sauber und gepflegt vor. Auf der Clubterrasse spendet ein Ventilator mit Wasservernebler Erfrischung, diese haben wir nebst der Befeuchtung der verdörrten Kehlen bitter nötig.
Die Karte im Clubhaus bietet für jeden Geschmack etwas, auch ein Spezialmenü ist im Angebot. Die Preise sind fair (1 Liter Zitronenwasser € 3,50; alkoholfreies Bier 0,5 um € 3,00; Cola um € 1,90). Ich genieße das Spezialmenü (Sandwich mit Lachs und Schmelzkäse und mit Béchamelsauce überbacken, dazu Pommes und Salatgarnitur, Soße und Achtung: Erdbeermarmelade!! Für wohlfeile € 10,90. Meine Frau gönnt sich ein Zanderfilet mit herrlich angebratenen Erdäpfeln für € 14,60. Beide Portionen mehr als ausreichend. Das Service ist freundlich und hilfsbereit – könnte bei den Getränken einen Tick schneller sein, aber insgesamt gibt es für das Clubhaus die volle Punktzahl. Ach ja, der Automat an der Halfway – dieser gibt eine Vielzahl von Getränken ab 2,00 Euro her.

Fazit

Abwechslungsreicher, außergewöhnlich gepflegter Platz für alle Spielstärken. Komfortables Clubhaus mit empfehlenswerter Küche. Greenfee regulär am Wochenende 65,00 Euro von Mo-Do 49,00 Euro. Mit der GSA-Card günstiger.
Einer der Top-Clubs in unserem Spielkalender, wir kommen definitiv wieder. Wenn ich einen Wunsch frei hätte – Wasserspender würden der Anlage die Krone aufsetzen.

Par 73 mit 5.962 (Gelb, 71,9/136) und 5.183 (73,5/130) Metern von Rot.
6 Abschläge, die vier vorderen mit Rating für Männer und Frauen, der kürzeste für Kinder. Kreditkarten akzeptiert.

     Die Bildserie zu diesem Beitrag finden Sie auf FLICKR

Kontaktinfo

Sedin Golf Resort
Nové Osady č. 110
925 22 Veľké Úľany
SLOWAKEI
Tel: +421 31/370 0307

     info@golfsedin.sk
     golfsedin.sk

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