Königliches Golf im Bann des Grimmings

Wir besuchen den Golf & Countryclub Schloss Pichlarn – Anreise ins Ennstal bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen – eine Wohltat nach den vielen verregneten Tagen der letzten Wochen. Auch die Obersteiermark hat Ihr Fett in Form von Starkregen mehrfach abbekommen, wir sind gespannt auf den Platzzustand.

Schloss Trautenfels markiert den Einfahrtspunkt nach Irdning und weist uns den Weg, der ob der Baustelle ein kleiner Umweg wird. Durch den Ort den Hügel hinauf, auf welchem das Schloss Pichlarn – übrigens ein Hotel & Spa der Extraklasse – thront. Regelmäßig residieren hier auch Europas Spitzenclubs des Fußballs während des Trainingslagers.
Ein voller Parkplatz zeugt von guter Buchungslage, dies bestätigt uns auch der Clubmanager im launigen Gespräch. Wir machen uns bereit, begrüßen unsere neuen Mitglieder und bekannte Golffreunde. Vor dem Start noch etwas Smalltalk und organisatorisches, die Zeit auf der sonnendurchfluteten Clubterrasse verfliegt. Am Weg zur Teebox erfreut uns üppiger Blumenschmuck, der Platz ist wunderschön von fachkundiger Hand gestaltet und gepflegt.

Putting Grün

Der erste Abschlag lässt keine Fragen offen – der Platz wird uns fordern. Ein Schlag in den schrägen Hang ins Tal. Mein Blick schweift über den Hang, die Talsohle und die darauf verteilten Spielbahnen. Der kauzige Starter holt mich aus meinen Träumen und bittet zum Abschlag. Der Drive über den querenden Weg ist Pflicht, damit ist der zweite Schlag auf das noch tiefer liegende Grün möglich. Zum Glück bin ich „Publikumsspieler“ – der Abschlag liegt direkt vor der Terrasse. Adrenalin schießt in den Körper, Konzentration. Nach dem Zischen des Schwungs dieses herrliche Geräusch, welches wir Golfer so lieben, der Ballkontakt. Die weiße Kugel fliegt davon – und der Ball ist gut platziert. Golf ist faszinierend, ohne Wenn und Aber.

Es folgt ein kurzes Par 3, nochmals ein Schlag in tiefere Gefilde auf ein gut mit Wasser verteidigtes Grün. Im Tal spielen wir ein langgezogenes Par 5, welches immer wieder beeindruckende Blicke auf den Grimming und die Schlossanlage freigibt. Nun wechseln auf einen höher gelegenen Abschlag der vierten Spielbahn zum wohl dosierten Schlag vor das Wasser. Auf der fünften Bahn ein mutiger Schlag ins Grün, dem nahen Teich zum Trotz. Tipp: Der Foto-Punkt der Anlage.
Ein schmales Dogleg führt uns ans untere Ende des Platzes, womit auch die ebenen Löcher ihr Ende finden. Enger Abschlag, Hang und deutlich erhöhtes Grün stellen eine Herausforderung dar. Hier fordert das Unterholz seinen Tribut nach einem verzogenen Transportschlag, der Ball ist verloren. Meine Kollegen versuchen ebenfalls einen Ball zu finden – vergeblich, entdecken dafür einige wohlschmeckende Parasole – leider keine Zeit dafür. Entspannung liefert die Acht, ein Par 5 mit der Besonderheit einer sehr engen Passage mit Baumbestand. Bahn Neun führt uns bergauf zurück Richtung Clubhaus. Nur 348 Meter von Gelb, aber nicht zu unterschätzen – das schwerste Loch des Platzes. Berg- und Hangschläge wollen gekonnt ausgeführt werden.

Midway House

Das Midway House, welches wir am Weg zu den Back Nine passieren, lädt an den Wochenenden zur Labung ein – sehr zu empfehlen. Donnerstags leider geschlossen, gibt es für mich heute eine Banane und einen kräftigen Schluck Wasser.
Der Abschlag zehn offenbart die volle Herrlichkeit von Hanglagen. Gut platziert kommt diese allerdings nicht ins Spiel. Eine Flachstelle im Hang eröffnet die perfekte Chance auf den Schlag in das nicht direkt einsehbare Grün. Für Überraschung ist gesorgt. Zurück geht es oberhalb der Zehn – schmales Fairway, dennoch – Bahn 11 wirkt aber durch den Blick auf den Hang darunter gefährlicher als sie ist. Der Schlag ins Grün will gut überlegt sein.
Jetzt ist Kondition gefragt, der Weg zum Abschlag 12 kostet Atem. Am höchsten Punkt des Platzes angekommen freue ich mich, dass ich nicht die Ehre habe. Mir fehlt noch die Luft…

Das zweit-schwerste Loch der Anlage erfordert einen guten Abschlag, im Idealfall rechts am schmalen Fairway platziert. Unbedingt auf den Vorderflight achten – die Landezone ist nicht einsehbar! Der folgende Schlag ins Grün, welches wesentlich tiefer „ums Eck liegt“, ist ebenfalls mit Vernunft und Sorgfalt auszuführen. Beim Verlassen läuten die Spieler eine Kuhglocke um das Grün freizugeben.
Eine meiner Lieblingsbahnen des GCC Pichlarn liegt nun vor uns – ein schnurgerades Fairway ins Tal. Den Blick auf das Grün gibt die Bahn allerdings erst an einer Kuppe frei, welche bei nicht so langen Schlägen unweigerlich den Ball stoppt, aber danach auch als Abschussrampe dient. Für Longhitter eine Spielbahn mit echten Chancen auf Punkte – Mut wird belohnt. Das Fairway 14 täuscht ein breites Fairway und eine nicht benötigte Richtung vor, man ist gut beraten den schmalsten Teil der Bahn zu treffen. Dieser Schlag ermöglicht einen kurzen Schlag in das wesentlich tiefer gelegene Grün. Spektakulär, es gibt bei guter Ausführung aber echte Punktchancen. Ein schmales Par 3 mit höher gelegenem Grün erwartet uns. Herrliche Blumenanlagen, die freundliche Gärtnerin ist gerade vor Ort. Wir plaudern etwas, ein Club mit Heimatverbundenheit. Man fühlt sich wohl. Am Himmel trainieren gerade ein paar Jets des Militärs Abfangmanöver – grollender Donner der Turbinen begleitet meinen Abschlag. Gut platziert im Hang links oberhalb des Grüns rollt der Ball ideal Richtung Fahne.

Zurück beim Midway House eine kurze Stärkung für die letzten Bahnen. Ein Blumenmeer und eine ideenreiche Bepflanzung des Abschlags begeistern – ebenso wie der Blick ins Tal auf das Fairway der 16. Bahn. Ein langer Drive nimmt das Risiko des Schlags über den Teich ins Grün. Unterhalb des Grüns schlagen wir wieder bergauf zurück zum Clubhaus. Es gilt die Kräfte zu mobilisieren. Der linke Rand ist zu meiden, hier droht Ungemach in Form von Ballverlust. Zum Abschluss dieses schönen Tages will noch ein Graben zu einem hoch gelegenen Grün eines Par 3 überwunden werden. 140 Meter zwischen Obstbäumen trennen uns vom letzten Putt. Dieser wird wieder direkt unter der Terrasse des Clubrestaurants ausgeführt, welches mit freundlichem Personal und Qualität zu überzeugen weiß.

Fazit:

Ein Golfplatz mit Tradition, einer der ersten 20 in Österreich. Von Don Harradine 1985 auf 18 Loch erweitert und gekonnt in die Landschaft eingebettet. Das Design kommt mit wenig künstlichen Hindernissen wie Bunkern oder Teichen aus. Das Gelände ist sportlich anspruchsvoll, die Runde aber zu Fuß durchaus machbar. Herrliches Panorama, es wird nie fad. Der Platz ist top in Schuss, alles gepflegt und sauber. Freundliche Gastgeber, auch in der Gastronomie. Die nass anhaltende Witterung hat dem Platz nicht zugesetzt, nur wenige Stellen wirklich feucht. Bunker gut spielbar. Die Übungsanlagen liegen etwas entfernt vom Clubhaus, einige Abschläge aber auch in der Nähe. Schönes Putting Grün vor Tee 1 in fantastischer Kulisse.
Hier ist man Gast und fühlt sich willkommen, auch vom tiefenentspannten Clubhund.

Die Werte:

18 Loch Parkland, hügelig, Par 70, 5.472 Meter von Gelb, 4.896 Meter für die Damen.
Ermäßigungen mit der GSA-Vorteilscard.

Golf- & Country Club Schloss Pichlarn
Zur Linde 1
8943 Aigen im Ennstal
Telefon: +43 3682 24440540
golfpichlarn.at

Schloss Pichlarn *****
Zur Linde 1
8943 Aigen im Ennstal
Telefon: +43 3682 24440
schlosspichlarn.at

Text und Fotos: Christian Freidl

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