Gondel-Golf

Eine kurzweilige Anreise durch das obere Ennstal bringt uns zum Golfclub Radstadt. Schon einige Jahre nicht mehr dort gewesen sind wir gespannt auf das neue Clubhaus und voll freudiger Erwartung – der schön angelegte Platz ist in guter Erinnerung.

Die erste Überraschung – trotz der späten Startzeit ist der große Parkplatz so gut wie leer. Wir hätten noch kurzfristig Mitspieler angemeldet, der Platz war jedoch ausgebucht. Der Grund sind die vielen umliegenden Hotels und der Tourismus, welcher in dieser Region offensichtlich der Viruskrise trotzt.
Im Clubhaus ist man freundlich und charmant, frischer Wind ist hier eingezogen. Die Ausstattung des angeschlossenen Clubrestaurants ist ländlich, aber modern und hell. Auch ein kleiner Pro Shop hat seinen Platz, alles wirkt gefällig.

Grün Bahn 2

Das erste Tee ist unweit des Parkplatzes und offenbart die gute Buchungslage – Abschlag in die lange Gasse mit Publikum. Zu uns gesellt sich noch ein tiefenentspannter Golfer aus dem Raum Heidelberg. Auch er ist Gast eines umliegenden Hotels, seine Frau und die Töchter machen Urlaub mit Pferden, er spielt lieber Golf. Aufgrund der Reisesituation hier bei uns in Österreich, sonst wäre die Destination Marbella gewesen – man hat dort eine Immobilie. Gefällt mir, hätte ich auch gerne – ich liebe die Costa del Golf. Aber zurück nach Österreich…
Der Teeshot gelingt, der Ball ist gut platziert für den nächsten Schlag aufs Grün. Auf den ersten Blick ist der Platz gut in Schuss, alles top gepflegt. Der Grünbunker war früher mit alten Holzplanken befestigt. Diese gibt es nicht mehr, schade drum.
Wir wechseln über die Straße zum Hauptareal des Golfplatzes, im Start- und Zielbereich liegt der 9 Loch Übungskurs. Auf der zweiten Bahn ist man gut beraten links zu bleiben – rechts abdriftende Bälle landen im Ungemach – zudem gibt es Gefahr durch eine den Platz kreuzende Straße, welche gut frequentiert ist. Ebenes Gelände, gesäumt von Bäumen liegt vor uns, aber nur mehr bis zum ersten Transportschlag auf der dritten Bahn. Nach einem gelungenen Abschlag geht es das erste Mal bergauf mit einem beherzten Schlag über die Straße aufs Grün.

Grün 17

Zur Vier wartet ein längerer Fußmarsch bergauf zum Doppelabschlag. Damen können auf der Hälfte des Wegs geschützt auf einer Bank warten. Unser Blick schweift von der erhöhten Lage über die unter uns liegenden Spielbahnen. Dieses Par 5 ist kurz, Dogleg links bergab. Eine echte Punkechance wartet, Angriff lohnt sich. Obacht beim Approach, das Grün liegt knapp an der Straße.
Erneut wechseln wir über die Straße in den flachen Teil des Kurses. Nun gilt es über einen Ausläufer des einzigen großen Wassers zu spielen, dieses kommt im Grunde nicht in Spiel. Die Landezone ist breit, die Bahn von Baumreihen gesäumt. Mit einem gelungenen Abschlag steht einem Schlag ins großzügige Grün nichts im Wege. Ein kurzes Par 3 mit einem erhöhten Abschlag und 139 Metern von Gelb bietet Abwechslung. Das Grün ist mit Bunkern und einem geschickt platzierten Baum verteidigt.
Eine langgezogene, gerade Bahn wartet auf der Sieben, danach 161 Meter auf ein Inselgrün. Zurück Richtung Clubhaus spielen wir das dritte Par 5 der Front Nine. Eben, breit, direkt an der schönen Hotelanlage des Gut Weissenhof vorbei. Es folgt ein kurzer Weg zurück über die Straße zum Halfwayhaus und dem zehnten Abschlag, wieder leicht bergauf. Das Par 3 hinter uns, geht es auf der 11. Bahn richtig zur Sache – das schwerste Loch des Platzes wartet mit 441 Metern für Gelb und Weiß auf uns. Deutlich mehr Steigung und ein Grün auf einem Plateau. Der Ausblick von dort gibt eine Vorschau auf das was kommt – die erhöhten Abschläge des Platzes – erreichbar mit einer Gondel, dem „Birdie Jet“. Nach kurzem Fußweg und freundlichem Hallo der Gondelführerin schweben wir nach oben. Marcus unser deutscher Flightkollege kurvt derweil mit dem Cart nach oben.

Oben angekommen überrascht beim Erstkontakt das stark tiefer liegende Grün der 12, ein Par 3 mit 107 Metern. Ein gut dosiertes Wedge bringt den Erfolg. Das Highlight des Platzes ist zweifellos der Abschlag von der 13. Teebox auf das Fairway im Tal. Oben der Blick auf die schneebedeckten Berge im Hintergrund, weit unten wartet das Grün, als ob man es direkt angreifen könnte. Alles nur Täuschung, der Schlag ins Tal will gekonnt und mit entsprechender Länge ausgeführt werden. Sollte dennoch der Schlag unglücklich sein, gibt es im Tal eine Dropzone. Das Grün dieser Bahn stemmt sich gegen die Bergab-Schläge empor und ist zusätzlich mit Bunkern gut geschützt. Eine fantastische Spielbahn!
Unten angekommen, geht es gleich wieder zügig bergauf, ein Drive mit ordentlicher Länge ist gefordert um das hoch gelegene Grünplateau der Vierzehn mit dem zweiten Schlag zu erreichen.
Wir spielen die nächste Bahn bergab in den flachen Teil, um danach gleich wieder zurück auf die Anhöhe zu spielen. Zwei schwere Par 4 Löcher verlangen Präzision und Kondition, wobei die Schwierigkeit nur durch die Hanglage gegeben ist. Wieder oben geht es zum bereits besuchten Doppelabschlag. Diese Bahn belohnt den mutigen Drive ins Tal besonders. Das lange Par 5 ergibt fast einen Halbkreis, die schwerste Bahn mit 526 Metern von Gelb. Durch den erhöhten Abschlag ergeben sich aber durchaus Chancen. Ein kurzer Fußweg zurück zum Ausgangspunkt des Golftages bringt uns zum 18. Abschlag, abermals durch eine schmale Gasse, dazu noch über einen Teich direkt vor dem Grün nach 180 Metern. Mut wird belohnt, ein gelungener Abschluss der Runde.

Fazit:

Sehr gepflegte Anlage, freundliches Sekretariat. Ein Golfplatz mit viel Abwechslung und einer überschaubaren Anzahl von Bunkern – wenig Wasserhindernisse. Den Reiz und die Schwierigkeit machen die herrliche Umgebung, das ländliche Flair und die Lage aus. Man bewegt sich auf rund 1000 Metern Seehöhe und schlägt den Ball bis zu 100 Meter bergab ins Tal. All dies benötigt Kondition und Konzentration. Die Grüns sind top in Schuss, großzügig und sanft onduliert. Fast immer mit Grünbunkern verteidigt – diese sind bestens spielbar.
Das Clubrestaurant Josef’s werden wir beim nächsten Besuch testen.

Die Werte:

18 Loch Parkland Kurs, hügelig.
Par 72 mit 5.868 Metern von Gelb und 5.092 Metern von Rot.

Golfclub Radstadt
Römerstraße 20
5550 Radstadt
+43 (6452) 5111
radstadtgolf.at

Text und Fotos: Christian Freidl, Golfsociety Austria

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